Der Bomber der Herzen präsentiert

ISAIAH

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Ilke Ulusoy

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Isaiah ist 21 Jahre jung, kommt aus CHB – wie die Charlottenburger ihren Bezirknennen – und ist eines der spannendsten neuen Talente, dass die Hauptstadtgerade hervorbringt. Voller vermeintlicher Widersprüche, die aber eigentlich to-tal Sinn ergeben, genauso vielschichtig wie die Welt, in der er aufgewachsenist: irgendwo zwischen Bordstein und Belle Etage, Blauen Briefen und Bücher-regalen, Backstage-Räumen und behütetem Zuhause. Und irgendwo zwischenHip-Hop und Soul. Oder wie Isaiah es sagen würde: “Ich hing bis morgens umvier Uhr im Parkhaus ab, aber bin danach in unseren Altbau mit hohen Deckenzurück. Das eine schließt das andere nicht aus.”In Isaiahs Familie ging es immer um Musik und eigentlich schien seine Karriereals Musiker vor- gezeichnet. Doch Isaiah entschied sich früh dafür, seinen ganzeigenen Weg zu gehen, mit einigen Schlenkern, aber vor allem ohne die Ab-kürzungen, die er im „Game“ hätte nehmen können. Er hat R’n’B und Soulmu-sik buchstäblich mit der Muttermilch aufgesogen und sich seit seiner frühestenKindheit für englischsprachigen Rap begeistert. In seinem Kinderzimmer liefenMobb Deep und Earth, Wind & Fire, 50 Cent und Frank Ocean. Seine Deutsch-Rap-Sozialisation erfuhr er Ende der Nullerjahre auf dem Schulhof mit BerlinerLegenden wie Peter Fox oder Sido, etwas später dann mit Manuellsen oderHaftbefehl. Von einem einjährigen Aufenthalt in England als 16-jähriger brachteer sein Faible für Grime, aber auch für karibische und afrikanische Musik mit. Alldiese Genres haben Isaiah und seine Idee von Musik beeinflusst.Den größten Einfluss hatte aber wohl sein südafrikanischer Großvater, GeorgeRussell Denalane, dessen Akronym „GRD“ auch Pate für Isaiahs Label „OFFTHE GRD“ steht. Georges Plattensammlung, sein Wissen über Jazz, Soul undFunk und die Gespräche mit ihm über Herkunft, Identität und Familie habenIsaiah nachhaltig geprägt: „Ich kann mir schwer vorstellen, wie es für ihn war,als Student in den 60er Jahren nach Heidelberg zu kommen und der einzigeSchwarze in einem kompletten Uni-Kurs zu sein. Ich denke, es macht Sinn, dassmeine Großeltern in Berlin gelandet sind, wo es vielleicht ein bisschen offenerwar als in der süddeutschen Kleinstadt.“

 

Dass Isaiah ein ausgeprägtes sprachliches und musikalisches Talent besitzt, warihm und seinem Umfeld früh klar: „Ich war nie der beste Basketballer, ich warnie der beste Fußballer, ich war nie der beste Schüler, aber ich wusste eigentlichschon immer, dass ich besser rappen konnte als die anderen.” Und natürlich warsich Isaiah früh der Möglichkeiten bewusst, die er als Sohn von Joy Denalaneund Max Herre hatte. Aber gerade deshalb fand er es lange “cheesy”, mit die-sem Background eine musikalische Karriere anzustreben:„Ich wollte lieber ‚normal‘ arbeiten gehen und das habe ich die letzten Jahreauch gemacht.” Er weiß um das musikalische Erbe, dass er mitbekommen hatund die Motivation, aus seinem Potential et- was zu machen, ergibt sich für ihnauch aus seiner Familiengeschichte: “Ich will mein‘ Hak holen, ich will nicht nurder Sohn meiner Eltern sein und selbst nichts reißen und auch meinem Groß-vater bin ich das schuldig.“ Gerade deshalb ist Isaiah seine künstlerische Unab-hängigkeit sehr wichtig: „Ich bin meine eigene Person. Und je mehr ich proaktivmache, desto kleiner wird auch der Vergleich.“Und das zeigt sich auch in Isaiahs Sound. Er bewegt sich mühelos zwischenBerliner „Strasse“ und kalifornischem Laid-Back-Rap, Trap Beats und Soul Sam-ples. Es darf alles passieren, nur nichts Belangloses.“ Ich will etwas machen,von dem ich am Ende sagen kann: Das hat kein anderer so ge- macht. Es musstextlich und musikalisch passen und das gibt es meiner Meinung nach eher sel-ten in Deutschland. Ich bin angetreten, um diese Quote anzuheben.”Isaiahs Anspruch an sich selbst ist auch einer der Gründe dafür, warum es bishernoch keine Releases von ihm gab. Man fand von ihm nur vereinzelte Insta-Snip-pets und 2019 hatte er einen ersten großen Auftritt im Video zum Song “Sieb-zehn” von Max Herre. Dem folgte eine riesige Welle an Rätselraten darüber, werdieser Junge jetzt eigentlich sei und nicht nur eine A&R-Anfrage landete in sei-nen DMs.

Erst einmal wollte sich Isaiah aber die Sinnfrage stellen, ob er diese Aufmerk-samkeit überhaupt haben wollen würde oder ob ihm das Spotlight zu viel seinkönnte. Er brauchte diese Zeit, bis er beschloss mit seiner Kunst nach außen zugehen, aber auch um sich unabhängige Strukturen zu bauen und seine Eigen-ständigkeit zu definieren – also „off the grid“.Isaiah repräsentiert eine neue Generation von Deutschrap, die vielfältig ist undsich nicht in Schubladen wie „Strasse“ und „woke“ stecken lässt, sondern ir-gendwo dazwischen etwas Neues kreiert. Eine Ge- neration, die die bisherigeHerangehensweise an Musik hinterfragt, aber auch die Art und Weise, wie unse-re Gesellschaft funktioniert. Deshalb erzählt er von seinem Alltag in Charlotten-burg – ungeschönt, aber auch ohne Übertreibungen. „Ich beschreibe einfachnur das, was mich umgixabt. Ich will keiner Erwartungshaltung entsprechen,sondern etwas Eigenes machen und das muss einfach nur gut sein.”Angefangen in CHB und sicher bald auch über die Stadtgrenzen hinaus.